Wetterbesserung

Wetterrückblick 2021

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Dezember 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Dezember 2021 Nach einem winterlichen Start mit Schneedecke setzte ab 12.12. eine Wetterlage ein, die eigentliche eher zum Frühling passt (Hoch über Rom). Diese führte feuchte Nordseeluft gegen die Erzgebirgshänge, was tagelang tristes Nieselwetter verursachte. Erst ab dem 20.12. gab es wieder Frostluft, die pünktlich zum 23. vom Weihnachtstauwetter ausgeräumt wurde. Eine scharfe Luftmassengrenze machte die Prognose für Heiligabend zu einer der schwierigsten seit Jahren. Und doch konnten wir uns im Erzgebirge freuen, denn von Nordosten her gingen die Niederschläge am Heiligabend selbst in Schnee über und bescherten am ersten Weihnachtsfeiertag Schnee und Glätte und am zweiten klirrende Kälte mit Sonnenschein. Der vergangene Dezember wäre beinahe zu kalt ausgefallen, wenn es nicht ab dem 27. zu einer dramatischen Erwärmung mit Temperaturen sogar nachts um 10 Grad (Silvester) gekommen wäre. Trotzdem erlebten wir den kältesten Dezember seit 2012, der immerhin 16 Schneetage und einen Tiefstwert von -9,3 Grad am 2. Weihnachtsfeiertag brachte. Insgesamt gab es zwar 20 Tage mit Niederschlag, jedoch kamen nur 78% des Niederschlagsmittels zusammen. (Link zum Diagramm)

November 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht November 2021 Der November erscheint von den Mittelwerten her etwas zu kühl und niederschlagsseitig ausgeglichen. Dennoch lohnt sich ein detaillierter Blick in den Verlauf. Während uns ein erstes Vb-Tief am 2.11. nur streifte, griff das zweite am 4.11. mit einem umfangreichen Regengebiet von Südosten her auf das Erzgebirge über. Innerhalb von zwei Tagen fiel genau die Hälfte (41 l/m2) des Monatsniederschlags. Hätte uns dieses Tief nicht erreicht, wäre der November wesentlich zu trocken ausgefallen, wie es in großen Teilen Deutschlands der Fall war. Vom 5. bis 20.11. traten keine nennenswerten Niederschläge auf. Ein interessantes Phänomen ist die ausgesprochene Konstanz der Westwinde (man aktiviere Windrichtung im Diagramm), z.B. zwischen 17. und 20. November. Vor allem bei Höhenströmungen aus Nordwest war dies zu beobachten und scheint mit dem Relief unseres Tals im Zusammenhang zu stehen. Eine Woche zu früh trat der erste Eistag (Temperaturmaximum unter 0 Grad) auf und mit 20 Tagen Verspätung wirbelten am 25.11. die ersten Flocken zum Beginn der Adventszeit, so dass sich am Abend des 30. vorübergehend eine Schneedecke von 10 cm entwickelte. (Link zum Diagramm)

Oktober 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Oktober 2021 Der Oktober war geprägt von leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen und einer Fortsetzung des niederschlagsarmen Witterungsgeschehens. Auffällig waren dabei die Föhntage am 3. und 31.10., welche jeweils bei stetigen Südostwinden Temperaturen knapp unter der 20-Grad-Marke brachten. Lehrbuchartig erfolge der Durchzug des ersten Herbststurms am 21.10., wobei die gegensätzlichen Luftmassen zwischen Warmsektor (18,4 Grad am 20.10. 14:00 Uhr) und nach Durchzug der Kaltfront (2,2 Grad am 22.10. 7:00 Uhr) sehr gut zu erkennen waren. Der erste Bodenfrost trat am 9.10. auf (4 Tage zu früh) und der erste Luftfrost (in der Wetterhütte gemessen) am 10.10. (14 Tage zu früh). Immerhin gab es insgesamt 3 Tage mit Bodenfrost und 2 Tage mit Luftfrost. In 2016, 2017, 2018 und 2020 gab es keinen Luftfrost im Oktober. Der Oktober ist nun bereits der siebte zu kalte Monat des laufenden Jahres. (Link zum Diagramm)

September 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht September 2021 Die statistisch belegte Bauernregel, dass auf einen mindestens 1,5 Grad zu kalten August ein kalter September folgt, traf dieses Jahr nicht zu. Stattdessen zeigte sich der September um +1 Grad zu warm, ohne dass es eine ausgeprägte Altweibersommerperiode gegeben hätte. Vielmehr sind wir wieder in das Muster der vergangenen Jahre mit schwachen Luftdruckgegensätzen geraten, was in Mitteleuropa wieder mehr Trockenheit verursachte. Richtiger Tiefdruckeinfluss begegnete uns den ganzen Monat nicht, was durch einen neuen Höchstwert für den tiefsten Luftdruck von nur 1013,7 hPa dokumentiert ist. Auch die heftigen Gewitter um den 10.9. herum, die im mittleren Erzgebirge um die 30 l/m2 brachten, verpufften in Gornsdorf mit reichlich 7 l/m2. Trotz häufigerer Niederschläge in der zweiten Monatshälfte stagnierte die Niederschlagssumme bei nur 43% der üblichen Menge. (Link zum Diagramm)

August 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht August 2021 Hinter uns liegt ein feucht-kalter August, der im Vergleich zu den letzten 25 Jahren fast 3 Grad unter dem Temperaturmittelwert lag. Bemerkenswert ist, dass der Vergleich mit dem Durchschnitt von 1961-1990 eine Abweichung von weniger als einem Grad ergibt. Man kann also sagen, dass wir einen typischen August der 1970er-Jahre erlebt haben. Neben den niedrigen Temperaturen vor allem zum Ende des Monats verstärkten die kontinuierlichen Niederschläge den herbstlichen Eindruck. Vielerorts musste sogar geheizt werden. Auf 23 Tage verteilt fielen 189 l/m2 Niederschlag. Verursacht wurde das ganze einmal mehr von langsam ziehenden Tiefdruckgebieten, die sich zum Teil auf kurioser Zugbahn von Nordost nach Südwest über uns hinweg wanderten. Der Höhepunkt der Sommerniederschläge lag damit am Ende des Monats und die danach häufig eintretende Wetterberuhigung verschob sich in den September. (Link zum Diagramm)

Juli 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Juli 2021 Im Vergleich zu den meteorologischen Unbilden in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, aber auch in Mittel- und Ostsachsen ist der Juli in Gornsdorf sehr entspannt und nahezu "normal" verlaufen. Wie die Siebenschläfer-Regel schon erwarten ließ, lag das Erzgebirge mehrmals auf der Vorderseite von stationären Tiefdruckgebieten über Südwestdeutschland. Das hatte zu Folge, dass von Süden bis Südosten her (siehe Hauptwindrichtungen) feuchte, labile Luftmassen langsam nach Norden strömten. Auf den Niederschlagsfilmen sehr gut zu erkennen war, dass sich häufig gegen Mittag an den kräftig erwärmten Südhängen des böhmischen Erzgebirges explosionsartig Gewitter bildeten, die mehr oder weniger effektiv nach Norden vorankamen. Somit war ein deutliches Gefälle der Niederschläge von Süd nach Nord zu erkennen mit den typischen großen Unterschieden auf engstem Raum. Gornsdorf wurde dabei gnädig bedacht. Mit gut verteilten 144.8 l/m2 wurden weiter die Wasservorräte aufgefüllt bei leicht zu kühlen Temperaturen. (Link zum Diagramm)

Juni 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Juni 2021 Der Juni zeigte nach der Kälte der ersten fünf Monate des Jahres einen sehr versöhnlichen Wettercharakter. Bei angenehmer Wärme mit Temperaturen zwischen 13 Grad nachts und 23 Grad tagsüber kam die Vegetation behutsam in Schwung. Die Schafskälte beendete den Frühsommer mit einer nächtlichen Tiefsttemperatur von 6,7 Grad am 14. Juni. Gestützt von hohem Luftdruck erholte sich die Temperatur wieder allmählig bei sonnenscheinreichem Wetter und gipfelte am 19.6. mit 31,3 Grad. Einzig die Niederschläge blieben bis dahin deutlich unter den Erwartungen (nur 10.8 l/m2). Ab 21.6. stellte sich jedoch eine schwache südliche Strömung ein, in welcher viele sogenannte MCS (mesoscale convective systems) eingelagert waren. Das sind Gewittercluster, die sich zu kleinen Wirbeln organisieren und kaum eine gute Wettervorhersage erlauben. Diese verursachten nun in Gornsdorf hauptsächlich niedrigere Temperaturen und noch einige Niederschläge. Somit konnten insgesamt "nur" 56.8 l/m2 bei einer Monatsmitteltemperatur von +1.7 Grad über dem langjährigen Mittel verbucht werden. (Link zum Diagramm)

Mai 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Mai 2021 Der kühle Witterungsabschnitt, der mittlerweile seit Januar anhält, hat sich auch im Mai fortgesetzt. Auf einen sehr kalten Start des Monats, der allerdings keinen Frost mehr in Gornsdorf brachte, folgte für drei Tage Zufuhr von suptropischen Luftmassen aus dem Mittelmehrgebiet (10.5. +27,6 Grad). Ein heftiges Gewitter am 11. mit mehr als 36 l/m2 läutete eine dreitägige Dauerregenphase ein, in der mehr als 105 l/m2 zusammenkamen. Die Eisheiligen fielen aus. Damit wurde auch endgültig seit mehr als drei Jahren die Niederschlagsbilanz ins Positive gedreht. In frischer Meeresluft mit zahlreichen Schauern wurde bis zum Ende des Monats die 20-Grad-Schwelle nicht wieder überschritten. Für die Temperatur wurde der Negativrekord von 1996 (9,9 Grad) knapp verfehlt. Der Niederschlag jedoch überbietet mit 178,4 l/m2 knapp den Hochwasser-Mai von 2013 (178,0 l/m2). (Link zum Diagramm)

April 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht April 2021 Im gesamten April dominierte mit Ausnahme von nur zwei Tagen (1. und 11.4.) die Zufuhr von kühlen bis deutlich zu kalten Luftmassen. Damit ist der April 2021 mit nur 4.3 Grand Mitteltemperatur der kälteste meiner Aufzeichnungsreihe. Die Ursache dafür ist die schwache atlantische Tiefdrucktätigkeit. Über lange Zeit existierte ein "Islandhoch" bzw. ein "Azorentief", so dass statt Westwinden eher Ost- oder Nordostwinde vorherrschten. Die nördlichen Komponenten der Winde führten zu Stauniederschlägen im Erzgebirge. Dadurch kam annähernd die normale Niederschlagsmenge zusammen und die Frühjahrstrockenheit blieb hier aus. Gut war auch, dass die Niederschläge an 10 Tagen als Schnee fielen (12 cm Schnee am 7.4.), so dass der Boden die Feuchtigkeit auch aufnehmen konnte. Mit insgesamt 17 Frosttagen wurde der alte Rekord (15) von 1997 geknackt. Die seit Januar andauernde kühle Witterungsphase setzte sich damit fort. (Link zum Diagramm)

März 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht März 2021 Der Monat März startete mit überdurchschnittlichen Temperaturen und Sonnenschein, bevor sich eine kalte Periode einstellte, die bis zum 23. andauerte. Zunächst herrschten südöstliche Winde vor, die ab 11. März von atlantischer Tiefdrucktätigkeit abgelöst wurden. Trotz 18 Tagen mit Niederschlag wurden nur drei Viertel der mittleren Niederschlagsmenge erreicht. An immerhin zwölf Tagen bildete sich eine Schneedecke aus, die am 19.3. maximal 11 cm erreichte. Zu erwähnen ist noch ein Schneegewitter am 27.3. mit einer Spitzenbö von 56.3 km/h, ein Rekord in meiner noch kurzen Reihe der Windgeschwindigkeitsaufzeichnung. Gegen Ende des Monats stieg die Temperatur schließlich über die 20-Grad-Marke und drückte die vorherige negative Temperaturabweichung auf +/- Null. (Link zum Diagramm)

Februar 2021 - Klimatologische Auswertung (07.03.2021)

Klimatologische Übersicht Februar 2021 Der schwache stratosphärische Polarwirbel induzierte im Februar starke Temperaturanomalien über Europa und Amerika. Die krassen Gegensätze wurden daran deutlich, dass es dreimal vor allem in höheren Luftschichten starke Vorstöße von Saharastaub nach Norden gab, während am Boden sogar arktische Kaltluft mit Schneefall vorherrschte. Am 7.2. staunten viele, als der Schnee eine gelbliche Farbe hatte. Den zweiten Schub Saharastaub gab es am 23.2., wobei die Sonneneinstrahlung trotz wolkenlosem Himmel um 17% zurückging. Der dritte Vorstoß zum 28.2. zog sich bis in den März hinein.
Auch der Temperaturverlauf spiegelt diesen Wechsel der extremen Luftmassen wider. Nach westlichen Winden mit starken Niederschlägen zu Beginn des Monats bildete sich eine scharfe Luftmassengrenze über Mitteldeutschland. Das Erzgebirge geriet ab 6.2. auf die kalte Seite und eine Dauerfrostperiode bis zum 15.2. führte zu Temperaturen bis -20 Grad. Doch direkt im Anschluss stellte sich die typische Frühlingslage (Hoch über Rom) mit einer Gewalt ein, die alle negativen Temperaturabweichungen egalisieren sollte. Deutschlandweit fielen reihenweise Winter- und Februarrekorde der höchsten jemals gemessenen Temperaturen. In Gornsdorf wurden am 25.2. 18,2 Grad erreicht, was aber den alten Rekord vom 21.2.1998 (19,5 Grad) nicht einstellte. Insgesamt endete dieser turbulente Monat sehr nah an den Mittelwerten. (Link zum Diagramm)

Januar 2021 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Januar 2021 Zur Überraschung setzte sich nach Silvester ein ungemütliches Winterwetter mit Temperaturen knapp unter 0 Grad, Dauernebel durch aufliegende Wolken sowie leichten Niederschlägen fest. Dabei bildete sich eine bis zu 36 cm hohe Schneedecke aus (16.1.). Mit Föhnunterstützung gab es nur eine warme Episode vom 19.-23.1., die aber rasch wieder durch Frostwetter von Nordwesten her abgelöst wurde. An 31 Tagen lag eine Schneedecke und an 23 Tagen fiel Niederschlag davon an 22 als Schnee, was einen neuen Januarrekord darstellt. Am 14.1. kam es sogar zu einem Schneegewitter. Die Niederschläge summieren sich auf 127,5 l/m2 und der Monat fiel mit -1,3 Grad um -0,7 Grad zu kalt aus. (In eigener Sache: Die Niederschläge im Diagramm stimmen mit den bestätigten Werten meiner Aufzeichnung nicht überein, weil eine Vergleichsmessung zeigte, dass die Heizung des elektrischen Niederschlagsmessers bei sehr geringen Niederschlägen wie zu Beginn des Monats offensichtlich einen Teil verdampft, bevor er erfasst wird. An einer Lösung wird gearbeitet., Link zum Diagramm)