Wetterbesserung

Wetterrückblick 2023

Dezember 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Dezember 2023 Zwölf Tage hielt sich zum Teil bei Dauerfrost die Schneedecke und gab dem Dezember einen wunderbar vorweihnachtlichen Charakter. Doch spätestens ab dem 10.12. intensivierte sich die Westwinddrift, die eine optimale Anströmung für das Erzgebirge aus Westnordwest aufwies, und damit eine Verstärkung des Niederschlagsgeschehens durch Staueffekte provozierte. Durch die stürmischen Winde kam es einerseits zu einer sehr milden Witterung und andererseits zu intensiven Niederschlägen. Diesen fanden ihren Höhepunkt am 23.12. mit einem Tagesniederschlag von 59 l/m2, was gleichzeitig den höchsten Tagesniederschlag des Jahres 2023 darstellt. Aufgrund eines kurzen Einschubs kalter Höhenluft fielen die Niederschläge in Gornsdorf bis 23.12. ca. 20:00 Uhr als nasser Schnee, der am Abend eine Schneehöhe von 34 cm erreichte. Der folgende warme Dauerregen verursachte aber ein massives Abschmelzen der Schneedecke, so dass an Heiligabend nur ein 12 cm mächtiger Schneematsch bei milden 8 Grad übrig war. Insgesamt stellte der Dezember mit 183 l/m2 einen neuen Niederschlagsrekord in meiner Messreihe auf und setzte auch den Trend deutlich zu milder Dezembermonate ungebrochen fort.
Das Jahr endete damit 7% über dem Soll, was die Regensumme betrifft (1083 l/m2), und mit 9,6 Grad Durchschnittstemperatur +0,8 Grad über den langjährigen Mittelwerten. Da große Hitzewellen, Trockenperioden, Überschwemmungen oder andere Unwetter die Region verschonten und die Wasservorräte endlich nachhaltige aufgefüllt wurden, kann von einem guten Wetterjahr gesprochen werden. (Link zum Diagramm)

November 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht November 2023 Die windige Witterung mit sehr tiefem Luftdruck setzte sich im November fort, wobei in der ersten Dekade noch milde und eher trockene Verhältnisse vorherrschten. Ab dem 11.11. kam dann erstmals Polarluft ins Spiel, die am gleichen Tag den ersten Schneefall brachte, allerdings ohne die Ausbildung einer nennenswerten Schneedecke. Die danach folgende Periode nahezu täglicher Niederschläge mit einem turbulenten Auf und Ab der Temperaturen gipfelte am 24.11. bei einem Schneegewitter, wobei sich die erste geschlossene Schneedecke für 7 Tage entwickelte, die bei frostigen Temperaturen am 28.11. 25 cm erreichte. Die letzten Schneeereignisse dieser Größenordnung in einem November wurden 2012 beobachtet (2 Schneetage mit 33 cm). Einen vergleichbaren Wetterverlauf zeigte der November 2010 (9 Schneetage bis 24 cm). Damals folgte eine strenger Hochwinter. Insgesamt wies der November 2023 einen deutlichen Niederschlagsüberschuss auf und endete exakt im Mittelwert der Temperatur. Die weiße Pracht überdauert mindestens bis in die erste Dezemberwoche, so dass die perfekte Adventsstimmung aufkommen kann. (Link zum Diagramm)

Oktober 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Oktober 2023 Seit Mitte August ist es nun deutlich zu warm im Erzgebirge. Die spätsommerliche Hitze hielt auch im Oktober an und fand einen neuerlichen Höhepunkt am 3.10. mit 24,7 Grad. Der alte Rekord aus dem letzten Jahr (!) war sogar schon am 2.10. mit 24,3 Grad eingestellt worden. Dass in einem Oktober an fünf Tagen die 20-Grad-Marke überschritten wurde, ist bemerkenswert. Ein vier Tage andauernder Kaltluftvorstoß brachte den ersten Bodenfrost am 17.10., wobei es für Luftfrost in Gornsdorf aufgrund des auflebenden Windes nicht gereicht hatte. Die am Anfang des Monats eingeläutete Tiefdruckperiode kam ab 19.10. richtig in Schwung. Bei mittlerweile ungewohnt herbstlichen Winden jagte eine Front die nächste. Häufig erreichten jedoch nur abgeschwächte Niederschläge Gornsdorf aufgrund der westsüdwestlichen Anströmung und Leeeffekten. Dennoch trug der Oktober mit einem kleinen Überschuss an Regen dazu bei, das große Defizit aus dem September etwas abzubauen. Auch für den beginnenden November stehen die Zeichen auf Westwind bis Weststurm. (Link zum Diagramm)

September 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht September 2023 Der September 2023 hinterlässt viele Spuren in der Statistik: (1) Die höchste mittlere Höchsttemperatur von 22,4 Grad wurde erreicht. (2) Noch nie gab es 9 Sommertage (Temperatur höher als 25 Grad), Normal sind zwei. (3) Die höchste Regenmenge an einem Tag war 6 l/m2. Bisher war dieser Wert immer höher. (4) Der Anteil von Süd- und Südostlagen erreichte fast 75%. Eigentlich sind westliche Wetterlagen für den ersten meteorologischen Herbstmonat charakteristisch.
Trotz großer Trockenheit und Wärme landete der Monat aber jeweils nur auf Platz zwei nach 1997 (noch trockener mit 20,5 l/m2) und 1999 (noch wärmer 17,6 Grad). Bemerkenswert ist die große Variabilität des Septembers. Im vergangenen Jahr gab es zwei Überflutungen in Gornsdorf und ein neuer Niederschlagsrekord wurde aufgestellt. Dieses Jahr trat nun das volle Kontrastprogramm in Erscheinung. Dies bestätigt erneut die Entwicklung, dass die schwach ausgeprägte Höhenströmung aufgrund der Temperatursteigerung in der Nordpolarregion dazu beträgt, dass Wetterlagen sehr lange anhalten. (Link zum Diagramm)

August 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht August 2023 Im August verstärkte sich die Zufuhr kühler Luft mit häufigen, ergiebigeren Regenfällen. Sogar zwei Sommerstürme zogen über die deutsche Küste hinweg, was sich im Erzgebirge durch ungewöhnlich niedrigen Luftdruck bemerkbar machte (998 hPa am 2.8.). Dadurch schnitt das erste Monatsdrittel fast 4 Grad zu kalt ab. Darauf folgte eine Monatsmitte mit hochsommerlichem Charakter, welche das Temperaturdefizit schnell wieder ausglich. Zum Monatsende gab es dann den typischen Temperatursturz mit ein paar regnerischen, fast herbstlichen Tagen. Insgesamt war der Monat damit leicht zu warm und mit 127 l/m2 etwas zu nass. (Link zum Diagramm)

Juli 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Juli 2023 In vielen Regionen Deutschlands zeigte sich der Juli zu nass und normal temperiert, während wir im Erzgebirge nur zwischen 50 und 60% des mittleren Niederschlags - mit lokal begrenzten Ausnahmen durch kleinräumige Gewitter - sowie erhöhte Temperaturabweichungen registrierten. Als Rekord bleibt die höchste seit 1995 gemessene Juli-Temperatur zu vermerken: 34,2 °C am 15.7., wobei die 34,0°C schon häufig erreicht wurden. Sonst gestaltete sich der Monat sehr abwechslungsreich. Waren anfangs windige, trockene Tage wetterbestimmend, setzte sich nach einer warmen Monatsmitte schließlich kühles Regenwetter durch. Die Niederschläge waren häufig, aber nicht ergiebig, so dass der Eindruck eines nassen Sommers entstand, was sich in den absoluten Mengen aber nicht widerspiegelte. (Link zum Diagramm)

Juni 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Juni 2023 Der Juni stach vor allem durch eine sehr ungewöhnliche Windrichtungsverteilung hervor. An reichlich drei Viertel der Tage herrschten Süd-, Südost- oder Ostlagen vor, die aber nicht nur trockene Luftmassen heranführten. Eigentlich beträgt der Anteil an westlichen Wetterlagen mindestens 64%. Trotzdem lagen die Wetterelemente in einem für die Jahreszeit typischen Bereich, so dass sowohl bei der Temperatur als auch beim Niederschlag von einem ausgeglichenen Monat gesprochen werden kann.
Ganz anders sah die Situation im Nordatlantik aus. Klimaforscher staunten über die Temperaturanomalien, die alle bisher gemessenen Werte übertrafen. Seitdem wird heftig über die Ursachen diskutiert: eine Abschwächung der Passatwinde durch eine Nordwärtsverschiebung des Azorenhochs und damit ein Ausbleiben des schattenspendenden Saharastaubs? Der Auslöser könnte mit dem Beginn der Warmphase des El Niño-Phänomens im Pazifik im Zusammenhang stehen. Aber auch die Entschwefelung von Schiffsdiesel könnte zu der Erwärmung beitragen, die durch gesetzliche Vorschriften immer weiter vorangetrieben wird. Vor allem auf Routen im Nordatlantik werden deutlich weniger Schwefelaerosole detektiert, die ebenfalls die Sonneneinstrahlung nicht mehr abschirmen. Eine Konsequenz für Europa könnte sein, dass bei Südwestlagen durch erhöhte Verdunstung im Atlantik ein stärkeres Unwetterpotenzial zu erwarten ist. (Link zum Diagramm)

Mai 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Mai 2023 Hinter uns liegt ein recht kühler Mai, in dem die 25-Grad-Marke nur ein Mal überschritten wurde und zwei Bodenfrosttage auftraten. Das im April begonnene Muster mit östlichen Strömungen verstärkte sich weiter und verursachte ein Ausbleiben von Niederschlägen. An insgesamt nur acht Tagen trat überhaupt Niederschlag auf, was einen neuen Rekord darstellt. Immerhin war die Menge von reichlich 31 l/m2 (37% der Normalsumme) kein Rekord, bestätigt aber den langjährigen Trend hin zu einem kühleren und trockneren Vollfrühling.
Interessant war die Entwicklung im Mittelmeergebiet: nach einem sehr trockenen Winter und einer extremen Hitzewelle im April mit bis zu 38 Grad in Spanien, stellte sich durch eine sehr weit nördlich verlaufende Westwindzone eine Art tropische Witterung ein. Tagelang entwickelten sich ausgedehnte Gewitter von der iberischen Halbinsel über Italien bis in den Balkan, die nur geringe Zuggeschwindigkeiten aufwiesen und nur über den erwärmten Landmassen auftraten. Wurde im April noch von den fast ausgetrockneten Flüssen Italiens berichtet, filmten die Kameras nun Hochwasser an den gleichen Stellen. Das aufgetretene Muster erinnert stark an ein lokales Monsun-System. Ob alles nur Zufall ist oder, ob wir hier schon Zeuge eines zukünftigen Strömungsmusters sind, bleibt abzuwarten. (Link zum Diagramm)

April 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht April 2023 Wie in den beiden Vorjahren bilanziert der April 2023 deutlich zu kalt und verfestigt damit die Tendenz hin zu kühleren Frühjahren. Beim Niederschlag ist erstmals seit 2018 wieder ein deutliches Plus zu erkennen, was hauptsächlich auf eine Vb-Wetterlage in der Mitte des Monats zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist auch die trockene Nordost-Lage vom 2.-5.4. sowie eine ähnliche aber wesentlich feuchtere Situation vom 17.-19.4., welche aufliegende Wolken (als zähen Nebel) brachte. Seit 2013 ist nämlich ein kontinuierlicher Rückgang des Anteils nördlicher Wetterlagen (NW, N, NO) über das Jahr gerechnet von ca. 30% auf ca. 8% in 2022 zu verzeichnen. Dementsprechend selten sind aufeinanderfolgende Tage mit dieser Strömungsrichtung geworden. Diese Entwicklung war übrigens schon um die Jahrtausendwende für Mitteleuropa von den Klimaforschern prophezeit worden und ist eine direkte Folge der Nordwärtsverlagerung des Westwindbandes. (Link zum Diagramm)

März 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht März 2023 Das turbulente Wetter mit kalten und warmen Phasen in noch kürzerem Wechsel setzte sich bis Mitte März fort. Die Schneedecke aus dem Februar hielt sich bis zum 9.3. mit einem Maximum von 19 cm am 8. März. Durch intensive Niederschläge und lokales Aufeinandertreffen von kalten und sehr milden Luftmassen stellte sich jedoch noch drei Mal eine Schneedecke ein. Diese taute aber jeweils kurzfristig wieder komplett ab. Eine sehr warme Periode vom 17.-26.3. mit Temperaturen deutlich über 10 Grad sorgte aber für einige Fortschritte in der Vegetation und wiederholte das Muster der letzten Monate: kurze, intensive Kaltphasen werden überkompensiert von sehr warmen Perioden. Der starke Wärmeüberschuss ist vor allem auf sehr hohe nächtliche Tiefstwerte (z.B. 23.3. +10,8 Grad) zurückzuführen. Entsprechend bilanziert der März trotz 14 Schnee- und 15 Frosttagen knapp 1 Grad zu mild. Die Niederschläge erreichten 162% und entspannten damit weiter die Lage der Wasserversorgung. (Link zum Diagramm)

Februar 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Februar 2023 Die aus dem Januar noch vorhandene Schneedecke erfuhr Anfang Februar ein weiteres Auf und Ab. Bei turbulentem Wetter kam es zu Graupelschauern, Schneegewittern, Dauerregen und schließlich wieder zu einem Kaltlufteinbruch von Osten her mit Tiefstwerten bis zu -11,8 Grad am 7. Februar. Vom 13.-24.2. sorgten mildere Luftmassen teils mit Regen und Sturm, teils aber auch mit Sonnenschein für ein Verschwinden der Schneedecke. Die 10-Grad-Marke wurde insgesamt fünfmal überschritten (Maximum 12,5 Grad am 15.2.). Die zweite Monatsdekade verzeichnete damit eine 4 Grad zu hohe Mitteltemperatur, bevor ein Kaltluftvorstoß aus Norden am 25.2. erneut 24 cm Neuschnee brachte. Trotz der zwei intensiven winterlichen Abschnitte ist der Februar aufgrund der warmen Monatsmitte insgesamt zu mild ausgefallen. Erfreulich ist, dass die Stauwirkung des Erzgebirges zu reichlich Niederschlägen führte, so dass mit einem Überschuss von 30 l/m2 das Defizit aus dem Januar ausgeglichen wurde.
Der Winter 2022/23 zeigt eine Abweichung von +1,2 Grad und 90% der üblichen Niederschläge. An 47 Tagen lag Schnee (normal 53), es trat an 50 Tagen Frost auf (normal 57) und an 29 Tagen stieg die Temperatur nicht über 0 Grad (normal 22 Eistage). Interessant ist die scharfe Trennung zwischen vier kalten Dauerfrostphasen und drei sehr milden Perioden, welche auf eine starke Störung der Westwindströmung zurückzuführen ist.(Link zum Diagramm)

Januar 2023 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Januar 2023 Das Jahr startete mit extrem milden Temperaturen und reihenweise neuen Höchsttemperaturrekorden in ganz Deutschland. In Gornsdorf wurde mit 14,9 Grad am 2.1. der alte Januarrekord von 2015 (13 Grad) gleich an zwei aufeinander folgenden Tagen überboten. Das ganze Spektakel war von Westwinden begleitet, die aber nur geringe Regenmengen mit sich brachten. Der Temperaturmittelwert der ersten 10 Januartage entsprach mit 9,2 Grad einer typischen Woche Ende April. Ab 17.1. wurde schließlich wieder polare Kaltluft nach Mitteleuropa gelenkt, die zu einer Dauerfrostperiode bis zum 30.1. führte. Ein Schneefallgebiet, das von Südosten her am 21./22. auf unseren Raum übergriff, sorgte für eine Neuschneeauflage, die bis zu 25 cm erreichte. Danach stellte sich nebliges Wetter ein, welches durch Nebelnässen starkes Raueis an Bäumen und Sträuchern verursachte. Als am 29.1. schließlich die Sonne schien, war das Wintermärchen perfekt. Leider stiegen die Temperaturen zum Ende des Monats wieder nachhaltig an. (Link zum Diagramm)