Wetterbesserung

Wetterrückblick 2022

Dezember 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Dezember 2022 Von stärkeren Gegensätzen kann ein Monat kaum geprägt sein: anfangs lavierte die Temperatur um die Mittelwerte, bevor ab 8.12. die Zufuhr sehr kalter Luftmassen von Nordosten her einsetzte. Da von Süden in der Höhe feuchte Luftmassen herangeführt wurden, bildete sich bei Dauerfrost und kontinuierlichem Schneefall zwischen 10. und 12.12. eine 21 cm hohe Schneedecke. Diese begünstigte die nächtliche Auskühlung und verursachte am 13.12.22 den Jahrestiefstwert von -11,5 Grad. In Senken und im Tal wurden noch deutlich niedrigere Minima erreicht. Auch am 17. und 18.12. wurde die -10-Grad-Marke wieder unterschritten. Man muss bis 2012 zurückgehen, um ähnliche Tiefsttemperaturen in einem Dezember zu finden. Somit ergab sich bis zum 19.12. eine Durchschnittstemperatur, die -3,7 Grad vom vieljährigen Mittelwert abwich. Doch dann setzte die Zufuhr extrem milder Luftmassen von Südwesten her ein. Die Ostlage brach zusammen und der Tiefdruckeinfluss verlagerte sich vom Atlantik in Richtung Europa (u.a. gestützt durch einen massiven Kaltluftvorstoß auf dem nordamerikanischen Kontinent). So verschwand die Schneedecke; die Temperaturen erreichten zweistellige Werte; Weihnachten verlief feucht-mild; Silvester setzte mit einem Maximum von +15,2 Grad einen neuen Allzeitrekord für eine Dezembertemperatur und der Monat endete +0,5 Grad zu warm. Der Niederschlag erreichte knapp ein Drittel der üblichen Menge.
Das Jahr 2022 schließt mit einer Temperatur von 9,3 Grad ab und fällt damit im Erzgebirge nicht ganz so warm aus wie im deutschen Durchschnitt. Mit 780 l/m2 ist das Jahr das zweittrockenste nach 2018 (740 l/m2). (Link zum Diagramm)

November 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht November 2022 Die Ausbildung einer ungewöhnlich starken und großflächigen Hochdrucksituation über dem eurasischen Festland kennzeichnete die Wetterentwicklung im November. Damit im Zusammenhang stand der fast vollständige Abbau der Westwindströmung über Europa. Die sogenannte Wetterlage "Frontenfriedhof" führte zu normalen Niederschlägen in Südwestdeutschland, während in Nordosten kaum ein Viertel der normalen Mengen erreicht wurde. Gornsdorf ordnet sich mit knapp der Hälfte der zu erwartenden Niederschläge dazwischen ein. Zur Erinnerung: eigentlich ist der November ein niederschlagsreicher, von Stürmen geprägter Herbstmonat. Der Hochdruckeinfluss erzeugte im Erzgebirge in der ersten Monatshälfte föhnige Verhältnisse mit überdurchschnittlichen Temperaturen. Am 18.11. kam es zu einem kräftigen Kaltluftvorstoß von Nordosten mit einer dünnen Schneedecke. Am 19.11. wurden -8,9 Grad gemessen, was bisher dem Tiefstwert des ganzen Jahres 2022 entspricht. Da diese Kältephase aber nur zwei Tage andauerte, wurde der Wärmeüberschuss aber nicht abgebaut, so dass der November 2022 in die sehr trockene und warme Periode seit September 2021 einreiht. Es bleibt festzuhalten, dass ein beachtlicher Kaltluftkörper über Eurasien auf der Lauer liegt, und kurzfristige Vorstöße wahrscheinlicher sind als in den vergangenen Jahren mit einem z.B. schneearmen Skandinavien. (Link zum Diagramm)

Oktober 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Oktober 2022 Wir blicken auf einen ungewöhnlich warmen und sehr trockenen Oktober zurück, der kurioserweise die gleiche Mitteltemperatur wie der diesjährige September aufweist. Trotzdem war der Oktober 2001 noch deutlich wärmer in Gornsdorf. Ein neuer Höchstwert von 23,8 Grad wurde dennoch am 17.10. erreicht. Auch vom 28.-30.10. gab es mit Föhnunterstützung nochmals mehr als 20 Grad zu einem sehr späten Zeitpunkt. Frostwerte wurden bisher in diesem Herbst noch nicht erreicht. Untypisch für die Jahreszeit trat wenig Wind auf und es dominierten Tag-Nacht-Windzyklen mit unterschiedlichen Richtungen, wie es für Hochdruckwetterlagen mit starken Strahlungsunterschieden charakteristisch ist. Entsprechend dieser Muster gab es auch wenig Niederschlag. Grund für diese dauerhaft trockene und spätsommerliche Wetterlage in ganz Europa war ein sogenannter blockierender Trog auf dem Atlantik. Zieht man die statistisch bestätigte Bauernregel "Warmer Oktober bringt fürwahr uns einen kalten Januar" heran, könnte man auf einen kalten Januar schließen. Leider trifft diese Regel vor allem auf blockierende Wetterlagen vom Typ "Hoch über Skandinavien" zu. Diese Konstellation bringt im Oktober angenehme Wärme aus Osten, bevor der Kontinent erkaltet. Wiederholt sich dies im Januar, was die Bauernregel ausdrückt, kommt es zu Kaltluftzufuhr von Osten. Sollte sich jedoch ein blockierender Trog auf dem Atlantik im Januar erneut ausbilden, bedeutet das für uns feuchtmilde Tage mit Saharastaub - ein Déjà-vu. (Link zum Diagramm)

September 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht September 2022 Die Ostluft hielt sich bodennah noch bis 10.9. während in der Höhe schon Westwinde Feuchtigkeit aus dem Mittelmeergebiet heranführten. Dies sorgte am 6. und 8.9. für heftige, sehr lokale Gewitterschauer, die in Gornsdorf jeweils 38,2 bzw. 31,4 l/m2 lieferten. Spektakulär war vor allem die Intensität der Niederschläge, wobei die Mengen in wenigen Minuten fielen. Dass innerhalb von drei Tagen zweimal Überschwemmungen auftraten, wurde sogar im überregionalen Fernsehen berichtet. Zur Mitte das Monats erfolgte ein intensiver Kaltluftvorstoß von Nordwesten, der für unsere Gegend typische Stauniederschläge auslöste. Am 14., 18. und 19.9. traten jeweils Tagesmengen von über 27 l/m2 auf, was nach dieser Trockenphase für große Linderung sorgte. Nach kurzer Wetterberuhigung führte ein Tief über Osteuropa erneut kalte und feuchte Luftmassen zu uns, so dass der Monat mit sagenhaften 203,4 l/m2 einen neuen Rekord aufstellte und letztlich zu kalt abschloss. Man muss bis zum Hochwasserjuni 2013 zurückgehen, um den letzten Monat mit mehr als 200 l/m2 zu finden. Damit reduzierte sich das Niederschlagsdefizit für das gesamte Jahr auf ca. 110 l/m2 zum Ende des Monats. Der Vegetation half der späte Regen, so dass spätes Obst, Waldpilze und einige Feldfrüchte noch gute Erträge brachten - ein guter Moment, um Erntedank zu feiern. (Link zum Diagramm)

August 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht August 2022 Die erwartete Umstellung der Strömung auf Ost erfolgte nachhaltig und hielt mit wenigen Unterbrechungen bis zum Ende des Monats an. So wenige Tage mit einer Westwindlage in einem August wurden in den letzten 27 Jahren nicht registriert. Vor allem im Erzgebirge trat nur eine Hitzewelle zwischen 3. und 5.8. auf, in der Temperaturen bis +32,3 Grad in der Spitze erreicht wurden. Sonst war der Monat von angenehmer Wärme geprägt, was sich auch in den nur leicht überdurchschnittlichen Temperaturwerten widerspiegelt. Ganz anders sah lange Zeit die Niederschlagsbilanz aus, die auf einen neuen Dürrerekord zusteuerte. Bis 25.8. waren gerade einmal 30 l/m2 zusammengekommen. Ein großflächiger Gewittercluster, der nur langsam vorwärtskam, brachte am 27.8. knapp 40 l/m2. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass die längste Zeit ohne Niederschlag in allen Sommermonaten in Gornsdorf nur sechs Tage betrug. Dennoch konnten viele Bäume und Grünflächen dem Dauertrockenstress nicht widerstehen. Sollte sich der Trend fortsetzen, ist damit zu rechnen, dass auch unsere Fichtenwälder in ein bis zwei Jahren beträchtlichen Schaden nehmen werden. (Link zum Diagramm)

Juli 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Juli 2022 Die Trockenheit setzte sich auch im Juli fort. Nur dank einer günstigen Schauerlage am 30.7. mit mehr als 20 l/m2 erreichte der Niederschlag noch 54% der mittleren Monatsmenge. Seit Anfang Juni befinden wir uns nun in einer Westlage, die in einem 5- bis 10-tägigen Rhythmus zu Hitzewellen und vor allem in unserer Region zu ausgeprägten Abkühlungen im Wechsel führt. Bemerkenswert ist, dass kaum Niederschläge mit den westlichen Meeresluftmassen zu uns gelangten und daher nachts ähnlich wie in der Wüste sehr tiefe Minima erreicht wurden (z.B. 17.7. 6 Grad Celsius; sogar Frost in Kühnhaide). Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass die ausgetrockneten Böden tagsüber kein Wasser an die Luft liefern können und damit auch die Kühlung durch Verdunstung fehlt. Das hat den Effekt, dass die Meeresluftmassen schnell über Land erwärmen und ohne Wassernachschub aus den Böden wenig Antrieb zur Wolkenbildung erfahren - ein leider sich selbst verstärkender Effekt. Resultat ist, dass trotz heißer Tage die kühlen Nächte in Gornsdorf schließlich den Mittelwert der Temperatur leicht ins Negative drückten. Sie halfen aber auch die Verdunstung im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland zu verlangsamen. Mit Sorge blicke ich in Richtung August, in dem nun die eigentlich feuchte Westlage von einer trockenen Ostlage abgelöst wird.(Link zum Diagramm)

Juni 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Juni 2022 Heiß und trocken, so lässt sich der Juni zusammenfassen. Mit 35,9 Grad Celsius (19.6.22 15:35 Uhr) wurde an meiner Wetterstation in Gornsdorf der alte Rekord für die höchste Temperatur von 35,5 Grad vom 21.6.2000 übertroffen. Das Ganze spielte sich bei lebhaftem Wind ab, der trockenheiße Luftmassen von der iberischen Halbinsel heranführte. Keine 38 Stunden später wurde ein morgendlicher Tiefstwert von 6,5 Grad gemessen. Wer meint, dass so ein extremer Luftmassenwechsel mit heftigen Niederschlägen verbunden sein müsste, wurde eines Besseren belehrt: kaum 5 l/m2 kamen bei Regenschauern zusammen. Alle beteiligten Luftmassen waren derart trocken, dass vor allem in Mitteldeutschland kaum Niederschlag fiel. Bilanziert man die erste Hälfte von 2022, zeigt sich ein Regendefizit von 128 l/m2. Das heißt, es fehlt mehr als ein Viertel der Norm. Die ersten Folgen der Trockenheit sind bereits deutlich zu spüren: verdorrtes Gras, ausgetrocknete Bachläufe, notreifes Getreide sowie Schöpfverbote.(Link zum Diagramm)

Mai 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Mai 2022 Erschreckend ist, dass der Frühling 2022 in Gornsdorf mit einer Niederschlagssumme von 109,4 l/m2 (51%) der trockenste seit 1995 war, was auf die deutlich zu trockenen Monate März und Mai zurückzuführen ist. Die Ursache der Trockenheit im Mai waren lange Perioden mit südlichen bis östlichen Winden, die am Erzgebirge zu Lee-Effekten führten. Dies war vor allem zu beobachten, wenn Gewitterschauer aus dem süddeutschen bzw. böhmischen Raum Richtung Erzgebirge zogen und bei Überquerung des Erzgebirgskamms oder des Vogtlandes einfach verschwanden oder sich deutlich abschwächten. Somit kamen insgesamt nur knapp 34 l/m2 (39%) zusammen. Die Eisheiligen markierten eher das Ende einer sommerlichen Episode als einen Rückfall in frostige Kälte. Eine wärmere Phase zur Monatsmitte und eine kältere zum Monatsende glichen die Temperaturbilanz nahezu aus.(Link zum Diagramm)

April 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht April 2022 Der vergangene April stand im Zeichen eines verzögerten Frühlingsbeginns. Am 1.4. floss von Nordosten Kaltluft ein, so dass bei 4 cm Schnee nur ganz knapp Dauerfrost verfehlt wurde. Danach entwickelte sich eine westliche Strömung, wobei ein Tief direkt über uns hinweg zog und ein neues Luftdruckminimum von 988 hPa (7.4.) brachte. Die reichlichen Niederschläge fielen zum Teil als Schnee bei typischem Aprilwetter (10.4.). Für die startende Vegetation war dies nach dem trockenen März eine Wohltat. Schließlich vollzog sich am 11.4. erneut eine Umstellung der Großwetterlage hin zu kontinental geprägtem, trockenen Hochdruckwetter mit östlichen Winden. Anfangs führten diese auch wärmere Luftmassen zu uns, die am 13.4. den Monatshöchstwert von 20,1 Grad brachten. Eigentlich waren noch höhere Temperaturen erwartet worden. Der nun mittlerweile zuverlässig im Frühjahr auftretende Saharastaub in höheren Luftschichten verhinderte aber eine stärkere Erwärmung, was an der gleichmäßig reduzierten Strahlungskurve des 13.4. sehr gut abgelesen werden kann. Die zweite Monatshälfte war von einem Lavieren der Temperaturen im einstelligen Bereich geprägt, so dass der Frühling nicht recht in Gang kommen wollte. Häufige Nachtfröste sowie nebelgraue Tage und eine Tiefrandlage am 24./25.4. ließen den Monat deutlich zu kalt mit jedoch ausgeglichener Niederschlagsbilanz ausklingen. (Link zum Diagramm)

März 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht März 2022 Im März drehten sich die Strömungsverhältnisse des Februars um. Die Konsequenzen waren beeindruckend: An zwei Dritteln aller Tage wehte der Wind aus Ost bis Südost mit zwei ausgeprägten föhnigen Perioden (11.-14.3. und 19.-22.3.). Diese sind an den niedrigen Luftfeuchtewerten bzw. Taupunkten gut zu identifizieren. An nur vier Tagen fiel 29% des mittleren Niederschlags. Dazu passend wurde am 18.3. ein neuer Luftdruckrekord für den März aufgestellt: 1046,4 hPa. Trotz des reichlichen Sonnenscheins verharrten die Temperaturen in der für März typischen Spanne. Während der Monat mit mäßigen Nachtfrösten bei einer dünnen Schneedecke startete, erholten sich die Temperaturen zur Monatsmitte. Der steigende Sonnenstand verursachte in der letzten Dekade Höchstwerte im zweistelligen Bereich, bevor Richtung April ein Kaltluftvorstoß aus Osten erfolgte. Die Bilanz zeigt somit einen ausgesprochen sonnescheinreichen, trockenen und normal temperierten März 2022. (Link zum Diagramm)

Februar 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Februar 2022 Ein Westwindfebruar liegt hinter uns, der deutlich zu mild, im Niederschlagsnormalbereich und stürmisch war. Zu Beginn des Monats verhinderte die aus dem Januar vererbte Schneedecke eine noch raschere Erwärmung. Die konstanten Westwinde führten schließlich Luftmassen heran, die ab 10.2. Temperaturen über 8 Grad erlaubten. Danach folgte ein kurzer Kaltluftschub mit etwas Schnee. Das Auf und Ab sollte sich aber noch weiter intensivieren, indem immer stärkerer Wind ins Spiel kam. Am 17., 18., 20. und 24. erreichten Tiefausläufer das Erzgebirge, die für stürmischen Wind, Temperaturstürze - zum Teil aus dem zweistelligen Bereich - und einige Niederschläge sorgten. Erst am 26.2. stellte sich die Wetterlage grundlegend um. Hochdruckeinfluss aus Osteuropa mit Nachtfrost und Sonnenschein markierten den Übergang zum März. Zu bemerken bleibt, dass die milden Temperaturen und die reiche Ausbeute an Windstrom einen wesentlich geringeren Energiebedarf als für den Februar üblich verursachten.
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Januar 2022 - Klimatologische Auswertung

Klimatologische Übersicht Januar 2022 Der vergangene Januar war geprägt von beständigen Westwinden (71% der Tage), die meist Nordseeluft in Richtung Erzgebirge führten. Die Folge waren Nebel, Nieselregen, Schneematschwetter, kaum tiefe Temperaturen. Nur in höheren Lagen stellten sich winterliche Verhältnisse ein. Interessant war das sehr hohe Luftdruckniveau, auf dem sich sogar Stürme abspielten (am 3., 17., 20, und 30.1.). Über Westeuropa etablierte sich immer wieder ein starkes, mildes Höhenhoch mit bis zu 1042 hPa Bodendruck bei uns, an dessen Ostflanke Tiefs mit z.T. Sturmstärke nach Süden drifteten. Normalerweise sind Hochs im Winter eher über Skandinavien zu finden und verursachen dann kalte Ostwinde. Ein Vorteil für das Erzgebirge waren die reichlichen Niederschläge, welche die westliche Strömung mit sich bringt. So endete der Januar mit einem Drittel mehr Niederschlag auf einem Temperaturlevel +1,3 Grad über dem Mittelwert. (Link zum Diagramm)