In den ersten beiden Augustwochen erreichte der Hochsommer dann endlich - pünktlich in den letzten beiden Ferienwochen - doch noch die Region.
Interessant dabei ist, dass ein fünfmaliges Auf und Ab der Temperaturen beobachtet werden konnte. Dies geschah etwa alle sechs Tage und
verhinderte langanhaltende Hitzeperioden. Verursacht wurde diese Witterung durch von West nach Ost ziehende Hochdruckgebiete zu Beginn des
Monats und Tiefdruckgebiete gegen Monatsende. Dieser Wechsel von Hochdruck- zu Tiefdruckprägung vollzog sich am 17.08. eindrucksvoll mit
fast 50 l/m2 Regen bei schwerem Gewitter. Wie typisch für den August erholte sich die Temperatur nach diesem Abfall nicht.
Die 25-Grad-Marke war passé. Mit vier Tagen mit Höchstwerten über 30 Grad, zehn Tagen über 25 und zwei Nächten nicht unter
20 Grad sowie einer Niederschlagsumme von 124,2 l/m2 kann der August 2026 als etwas zu warm und niederschlagsreich eingeordnet werden.
Damit endet der Sommer 2026 versöhnlich mit 99% der normalen Regenmenge und +0,8 Grad wärmer als im langjährigen Mittel.
Er kann somit als "normal" eingeordnet werden, was deutschlandweit eine Ausnahme darstellt.
Völlig entgegen der medialen Wahrnehmung, die von Hitze- und Dürremeldungen aus dem Südwesten Deutschlands sowie von den Waldbränden in
Südwesteuropa dominiert wurde, zeigte sich der Juli im Erzgebirge von einer kühlen und unbeständigen Seite. Erstmals seit vielen Jahren
herrschte an fast der Hälfte der Tage Nordwestwetter vor. Neben regelmäßigen Niederschlägen, die teilweise sogar intensiv ausfielen
(z. B. 34 l/m2 am 14.7.), erreichten die Höchstwerte an elf Tagen nicht einmal die 20-Grad-Marke. Dies steht im extremen Kontrast
zu 22 (!) Tagen über 30 Grad, die beispielsweise im Rheingraben beobachtet wurden. Grund für diese Situation war - ähnlich wie im Juni -
die Ausdehnung des Azorenhochs in Richtung Frankreich. Wir verblieben an der kühlen Nordwestflanke, für die die Lage des Erzgebirges eine
perfekte Barriere darstellt. Folglich wurden im deutschlandweiten Vergleich insbesondere im West- und mittleren Erzgebirge
überdurchschnittliche Niederschläge durch Staueffekte verzeichnet. Während andernorts Pflanzen vertrockneten oder unter Sonnenbrand litten,
konnte hier sogar eine positive Bilanz bei der Bodenfeuchte beobachtet werden. Dieses lokale Phänomen darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen,
dass zahlreiche Gewässer im Sächsischen Hügel- und Flachland austrockneten, da sich dort die fehlenden Niederschläge der letzten Monate
bemerkbar machten. Ab 29.7. stieß der Sommer dann aber doch mit Macht in unsere Region vor und kassierte mit +34,6 Grad am 30.7. den
alten Temperaturrekord von +34,2 Grad aus dem Jahr 2023. Insgesamt ergibt sich damit eine leicht unterdurchschnittliche Temperatur sowie
ein leichtes Plus bei den Niederschlägen in unserer Region.
(Link zum Diagramm)
Als Überschrift für den Juni 2026 könnte "Zweiteilung" gewählt werden. Zwischen dem 1. und dem 17. verharrten die Temperaturen unter der 25-Grad-Marke.
Bei nahezu täglichen leichten Niederschlägen fragte man sich, ob es überhaupt noch Sommer werden würde.
Die Höchstwerte lagen bis zu sieben Grad unter den üblichen Mittelwerten. Bei einstelligen Tiefstwerten wurde hier und da
sogar die Heizung wieder in Betrieb genommen. Das änderte sich schlagartig, als der Hitzedom aus Westeuropa auf uns übergriff,
der bereits in Frankreich und Großbritannien für neue Rekorde gesorgt hatte. Glücklicherweise erreichte die Wärme das Erzgebirge
in einem großen Bogen von Nordwesten her. Ein erster Höhepunkt mit 32,1 Grad am 19.06. wurde durch das Einsickern etwas kühlerer Nordseeluft
in angenehme Sommerwerte gewandelt. Ab dem 25. kam die Wärme dann aber direkt aus Südwest zu uns, so dass an vier Tagen in Folge über 30 Grad
erreicht wurden. Dabei wurde am 27. mit 36,0 Grad der alte Allzeitrekord von 35,9 Grad aus dem Jahr 2022 eingestellt.
Am darauffolgenden Tag wurde nach einer Tropennacht (Tiefstwert von 23,1 Grad) noch eine Schippe draufgelegt:
Mit +36,3 Grad Celsius wurde die höchste jemals an meiner Wetterstation gemessene Temperatur seit 1995 erreicht.
Mit heftigen Gewittern endete die Hitzewelle danach abrupt. Die Niederschläge blieben erneut 40% hinter den Erwartungen zurück.
Das akkumulierte Defizit für 2026 beträgt mittlerweile 118 l/m2.
(Link zum Diagramm)
Es ist sehr selten, dass ein Monat die Mittelwerte so genau trifft wie der vergangene Mai. Ein Blick auf die Details verrät jedoch,
dass er sich in drei Witterungsphasen unterteilen lässt. Zunächst gab es eine sehr warme Startphase,
die am 5. Mai durch starke Gewitter und ergiebige Niederschläge beendet wurde. Danach trat die Witterung in eine ausgesprochen kühle Phase über,
die bis zum 21. Mai andauerte und am 12. Mai mit einer Höchsttemperatur von nur 5,4 Grad ihren Tiefpunkt fand.
Die Eisheiligen ließen grüßen. Bis zum 15./16. war dabei in ungünstigen Lagen noch Bodenfrost zu verzeichnen.
Gornsdorf kam jedoch mit +1,3 Grad als Tiefstwert nicht in den kritischen Bereich. Danach folgte - im Gegensatz zur zeitgleichen Extremhitze in Westeuropa -
ein sehr angenehmer, frühsommerlicher Witterungsabschnitt mit Temperaturen bis maximal 26,5 Grad und Trockenheit,
bevor am 31. Mai noch ein Regenband für perfekte Wachstumsniederschläge sorgte.
Trotz dieses turbulenten Auf und Abs zeigen die Mittelwerte für Temperatur und Niederschlag eben keine nennenswerten Abweichungen von den langjährigen Daten.
(Link zum Diagramm)
Im April blieb eine rasche Erwärmung aus, die statistisch gesehen eigentlich um den 20. herum einsetzen sollte.
Zwei sehr kurze Warmphasen mit Höchstwerten von maximal 19,3 Grad am 5. und 18. wollten keine echten Frühlingsgefühle aufkommen lassen.
Stattdessen schlagen zehn Frosttage zu Buche, die letzten davon am 29. und 30., so dass vor allem die letzten Apriltage weit unter
den üblichen Werten lagen. Der Vorteil dieser anhaltenden Kälte war, dass die noch nicht weit fortgeschrittene Vegetation kaum von den
Frösten beeinträchtigt wurde. Interessant ist der hohe Anteil an West- bis Nordwetterlagen, durch die immerhin 86% der üblichen
Niederschlagsmenge erreicht wurden. Solche Lagen sind in den letzten Jahren im April durchaus selten geworden. Trotzdem beträgt das
Regendefizit für das Jahr 2026 bereits 87 l/m2, was knapp einem Drittel entspricht. (Link zum Diagramm)
Wie der Februar endete, so setzte der März fort. Die erste Dekade bilanziert mit +5,4 Grad als zu warm ohne jeglichen Niederschlag;
ein neuer Temperaturrekord. Ein kurzer Kaltluftrückfall am 15. sowie eine nachhaltigere Abkühlung am 26. März führten dazu,
dass die letzten beiden Monatsdekaden nahezu ausgeglichen temperiert waren und der Gesamtmonat nur +2,0 Grad zu warm endete.
Auf die erwähnten Kaltlufteinbrüche sind auch die spärlichen Niederschläge zurückzuführen, die immerhin teilweise als Schnee fielen,
jedoch keine Schneedecke bildeten. Mit 50,6 l/m2 wurde lediglich etwas mehr als zwei Drittel der üblichen Monatsmenge erreicht.
Damit fehlen für das erste Quartal des Jahres 2026 bereits wieder 36%. Erwähnenswert ist außerdem die an 15 Tagen vorherrschende Windrichtung Süd.
Ein Phänomen, das für den März bisher unbekannt war. (Link zum Diagramm)
Anfang Februar hatte der Winter bereits einiges an Härte eingebüßt. Trotz leichter Schneefälle reichten zwei Tage ohne Nachtfrost aus,
um die 11 cm hohe Restschneedecke aus dem Januar schnell verschwinden zu lassen. Am 14.2. wurde eine milde Periode erneut von
einem Wintereinbruch beendet, wobei sich eine 15 cm hohe Schneedecke bildete und Tiefstwerte bis -10,8 Grad erreicht wurden.
Ab dem 21. stieg die Temperatur dann rapide an. Das anfangs regnerische Wetter wechselte schnell zu einer föhnigen Südströmung,
die am 27.2 tatsächlich +18,7 Grad brachte. Damit landete die letzte Februardekade auf Platz eins der Wärmerekordliste.
Auch der Februar insgesamt bilanziert mit +1,5 Grad wärmer als der Mittelwert.
Betrachtet man den Winter 2025/26 als Ganzes, so ergibt sich trotz des kalten Januars ein um +0,3 Grad zu warmer Winter.
Immerhin gab es 23 Eistage, das heißt Tage, an denen die Temperatur ganztags unter Null blieb, und 47 Tage mit einer Schneedecke,
die am 10.1. ihr Maximum von 29 cm erreichte. Bemerkenswert ist leider wieder der geringe Gesamtniederschlag: 112,8 l/m2
entsprechen nur 50% der üblichen Wintersumme - eine Folge der häufigen östlichen Strömungsverhältnisse.
(Link zum Diagramm)
Das neue Jahr startete mit einem Wintereinbruch aus Nordwesten, der am 10.1. in einer 29 cm hohen Schneedecke und Frost bis -13,4 Grad gipfelte.
Vier Tage mit milden Temperaturen bis zu +10 Grad und Regen ließen den Schnee jedoch rasch schmelzen.
Das Einsickern von Kaltluft aus Osten beendete jedoch das Tauwetter und prägte die vorherrschende Wetterlage mit wechselnden
Kältenuancen bis zum Monatsende. Ab dem 26.1. kam sogar wieder etwas Schnee hinzu, sodass der hochwinterliche Charakter des Monats erhalten blieb.
Damit verzeichnet der Januar ein Temperaturdefizit von 2 Grad bei anhaltender Trockenheit (es fielen nur 40 % der üblichen Niederschlagsmenge).
In diesem Zusammenhang stellt der "maximale Tagesniederschlag" von 5 l/m2 am 13. Januar einen neuen Minimumrekord dar.
Interessant ist, dass sich erstmals seit 2010 eine so beständige Ostlage etablieren konnte und vor allem über Skandinavien
reichlich Kaltluft produziert wurde, die auf kurzem Wege mehrmals Mitteleuropa erreichte. Folglich konnte der Frost bei wenig
Schnee tief in den Boden eindringen und viele Gewässer führten Eis, wie seit vielen Jahren nicht mehr.
(Link zum Diagramm)